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29.06.23

Faust schwarz/weiß
©Pixabay

Gewalt bei Jugendlichen

Region - Die Zahl der Straftaten durch Jugendliche ist im vergangenen Jahr in Deutschland gestiegen. Mehr noch: Die Taten werden immer öfter immer brutaler – auch mit Messern oder anderen Stichwaffen. Die BAYERNWELLE auf Ursachenforschung in der Jugendhaftanstalt in Laufen-Lebenau.

„Die Al­ters­grup­pe der Jugend­lichen be­geht seit je­her die meis­ten Straf­ta­ten pro Kopf“: So äußerte sich der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, im März in den Funke Medien. Laut Münch sind die Zahlen der Tatverdächtigen bei Kindern und Jugendlichen zuletzt gestiegen. Neben Ladendiebstahl, Sachbeschädigungen oder leichten Körperverletzungen sind auch die Vorkommnisse von Gewaltdelikten mehr geworden. In sehr schwer Fällen können auch Jugendliche verurteilt werden. Strafen reichen von Sozialstunden über Bewährung bis hin zum Freiheitsentzug.

Strafmündig sind Kinder ab dem Alter von 14 Jahren. Das Jugendstrafrecht gilt bis zum 18. Geburtstag. In vereinzelten Fällen kann es auch bis zum Alter von maximal 21 Jahren angewendet werden, wenn ein junger Mensch geistig noch nicht die Reife eines Erwachsenen hat. Wird ein Jugendlicher nach Jugendstrafrecht zu einer längeren Haft verurteilt, so verbüßt er diese bis zum Alter von 24 in einer Jugend-JVA und wird anschließend in den Vollzug für Erwachsene verbracht. Die Angestellten der Jugend-JVA haben alle eine Jugendzusatzausbildung.

Jugendtypisch sind Taten, die aus der Gruppendynamik heraus verübt werden. In solchen Szenarien kommt es vor, dass das Opfer bereits wehrlos am Boden liegt, weitere Verletzungen jedoch billigend in Kauf genommen werden. Auch Waffen wie Messer werden verwendet. Unter anderem im Zuge von Corona und erhöhten Medienkonsum sind brutalere Taten zu beobachten.

In der Jugend-JVA Laufen-Lebenau sitzen 106 Insassen ihre Zeit ab. Durchschnittlich sind diese 17,5 Jahre alt und bleiben neuneinhalb Monate in Haft. Viele der Gefangengen sind schulpflichtig. Innerhalb der JVA besuchen die Jugendlichen daher den Unterricht und haben die Möglichkeit, einen Schulabschluss oder auch Berufsabschluss zu absolvieren. Dafür stehen verschiedene Berufs- und Handwerksrichtungen zur Verfügung. Nach abgesessener Strafe werden die Jugendlich "draußen" bestenfalls in entsprechende Betriebe vermittelt. Außerdem bekommen sie einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt.

Die JVA Laufen-Lebenau hat keine typsiche Gefängnismauer um das Gelände herum. Somit soll den Inhaftierten signalisiert werden, dass die Gesellschaft sie nicht aufgegeben hat und eine Rückkehr möglich und gewollt ist. Für eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft ist besonders im Jugendvollzug auch eine psychologische und sozialtherapeutische Versorgung wichtig. DIe JVA Laufen sieht sich in diesem Gesichtspunkt auch gut aufgestellt. In den allermeisten Fällen zahlt sich diese Arbeit auch aus. Kommen die Jugendlichen nach der Entlassung wieder in ihr altes Umfeld, kann sich dies jedoch negativ auf ihre Entwicklung ausüben und alte Muster wieder reaktivieren. Erwachsene können sich in solch Fällen tendenziell besser von einem schlechten Einfluss abgrenzen und leichter einen Schnitt ziehen.

Die Gründe, weshalb Jugendliche Gewalt anwenden, sind verschieden. Oft, aber bei Weitem nicht immer, fehlt eine intakte Familie, die Leitplanken und Regeln mit an die Hand gibt. Durch Corona waren viele Eltern auch anderweitig beschäftigt und konnten ihren Kindern und deren Erziehung weniger Aufmerksamkeit schenken. Auch aubjektiv empfundene Demütigung, Unfairness oder soziale Benachteiligung können ein Auslöser sein. Ebenso sind Einsamkeit, Frustration, Überforderung und Enttäuschungen zu nennen. Stauen sich negative Emotionen an, dient Gewalt auch als Ventil, diese loszuwerden. Dies kann sowohl spontan aus der Situation heraus als auch geplant geschehen. Ebenfalls ist eine zunehmende Bewaffnung mit Schnitt- oder Stichwaffen oder unaufhaltsame Absicht zur Gewalt festzustellen. Da einige Insassen bereits zuvor eine Bewährungsstrafe bekommen haben, ist bei den Taten auch nicht vom „Austesten von Grenzen“ auszugehen. Des Unrechts sind sie sich im Vornherein oder auch rückblickend meist bewusst.  Ein weiteres Motiv für Gewalt ist ein niedriges Selbstbild oder ein geringer Selbstwert. Durch die Tat soll dieses kompensiert und zurechtgerückt werden. Manche Jugendliche bringen auch eine schwierige Vergangenheit mit sich. Wenngleich die Haftstrafe als lang erscheinen mag, kann in der vergleichsweise kurzen Zeit keine langjährige negative Zeit wieder gut gemacht werden.

 

 

 

 

 

 

 



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