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06.02.24

30-Millionen-Minus bei den Krankenhäusern

Uwe Gretscher
© Kliniken Südostbayern AG

Chiemgau / Berchtesgadener Land - Die Kliniken Südostbayern AG ist 2023 finanziell in ein Defizit von über 30 Millionen Euro geraten. Den Grund dafür sieht der Vorstandsvorsitzende Uwe Gretscher vor allem in immer höheren Kosten bei sinkenden Erlösen und Patientenzahlen.

Gretscher sprach jetzt zum ersten Mal in einem BAYERNWELLE-Interview ausführlich über die Finanzlage der Kliniken und über die Konsequenzen des Defizits. Wie erwartet, fiel die Jahresbilanz der Kliniken Südostbayern AG (kurz KSOB) ernüchternd aus. Wie rund 80 Prozent aller Krankenhäuser in Deutschland, gab es auch in Chiemgau und Berchtesgadener Land erhebliche Verluste zu verbuchen. Der Grund: Die Kosten für Personal, Ausrüstung und Co steigen. Gleichzeitig gingen seit der Coronazeit die Patientenzahlen deutlich zurück. Gleichzeitig beklagt Gretscher, dass die Kliniken für ihre Operationen zu wenig Geld von den Krankenkassen bekämen. Hier sieht Gretscher die Gesetzgeber auf Bundesebene in der Verantwortung, für eine bessere Finanzierung zu sorgen.

Weder um die Angestellten, noch um die Dienstleistungen für die Patienten müssten sich die Bürger Sorgen machen, so Gretscher weiter. Denn auch für die nächsten Jahre würden die Gesellschafter der Kliniken Südostbayern AG, die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land, die Finanzierung sichern.

Hier gibt es das Interview mit Gretscher nachzulesen:

BW: Wie ist die aktuelle Finanzlage der Kliniken Südostbayern?

Gretscher: Aktuell werden wir über entsprechende Unterstützungen der Landkreise gesichert, über Darlehen und entsprechende Zuschüsse. Allerdings ist das Jahres-Defizit für das Jahr 2023 mit deutlich über 30 Millionen Euro extrem belastet und Teil einer Gesamtsituation der Kliniken in Deutschland.

BW: Was ist die Ursache für dieses Defizit?

Gretscher: Nun, wir leben ein massives Auseinanderklaffen von Kosten und Erlösen. Wo wir auf der Erlösseite planwirtschaftliche Preisentwicklungen haben, die deutlich hinter den Kostenentwicklungen hinterherlaufen, erleben wir, dass uns Kosten überholen im Bereich der Sachkosten und Personalkosten, und das ist der wesentliche Faktor für unser Defizit. Abgesehen davon, dass bekanntermaßen nach der Pandemie bei weitem nicht mehr so viel Patienten da sind, allerdings mit steigender Tendenz.

BW: Kann die medizinische Versorgung der Menschen in der Region weiterhin garantiert werden?

Gretscher: Nachdem die Landkreise sich eindeutig zu den Kliniken bekennen und hinter diesen stehen, kann man fest davon ausgehen, dass wir weiterhin ein sehr umfassendes Versorgungsangebot für die Bevölkerung zur Verfügung stellen können, und das war ja immer auch unsere Vision, auch im Rahmen unseres „Struktur und Strategiekonzepts 2.0“

BW: Müssen die Angestellten der Kliniken mit Einsparungen oder gar Entlassungen rechnen?

Gretscher: (…) Unterm Strich brauchen wir jeden einzelnen Mitarbeiter, den wir haben, um Versorgung sicherzustellen, um umfassend siebenmal 24 Stunden tatsächlich eine hochqualifizierte Versorgung anbieten zu können, und deswegen stellt sich diese Frage nicht.

BW: Wie sieht die Strategie aus, um die Finanzlage wieder zu stabilisieren?

Gretscher: Am Ende ist diese Strategie zweiseitig. Auf der einen Seite müssen endlich auch der Bund und die Kostenträger ihrer Verantwortung gerecht werden und diese massiven Kostensteigerung für die Versorgung von Patienten ausfinanzieren. Das ist eine Aufgabe, die klar gesetzlich geregelt ist, nicht Aufgabe der Landkreise, um es nochmal deutlich zu sagen. Auf der anderen Seite ist es natürlich maßgeblich momentan, dass die Landkreise hinter den Kliniken stehen und uns die Betriebsfähigkeit aussieht, die notwendige Liquidität zur Verfügung stellen.

BW: Könnte denn die Kliniken Südostbayern AG schlimmstenfalls insolvent werden?

Gretscher:

Wie schon gesagt, stehen die Landkreise vollumfänglich hinter den Kliniken, und sie haben uns auch die entsprechende Unterstützung und Hilfspakete zugesagt, übrigens auch für die nächsten Jahre. Insofern dann stellt sich diese Frage für uns und unsere Mitarbeiter nicht. Dies folgt auch dem klaren Auftrag, den uns die Politik gegeben hat, nämlich Krankenversorgung in der Region auf hohem Niveau sicherzustellen.

BW: Haben Sie denn konkrete Forderungen an die Politik und welche wären das?

Gretscher: Wie landauf, landab immer wieder kommuniziert: Wir haben de facto ein Kostenproblem. Also die Erlöse und die Preisentwicklung auf der Preisseite passen nicht zur Kostenentwicklung, und dieses massive Delta ist nicht von den Kliniken zu tragen. (…) Das ist Aufgabe der Bundespolitik, in Abstimmung mit den Kostenträgern, dafür zu sorgen, dass die Leistung, die wir sieben mal 24 Stunden erbringen, auch tatsächlich angemessen vergütet wird.

BW: Gibt es auch irgendetwas, das die Menschen in Chiemgau und Berchtesgadener Land tun können, um die Kliniken Südostbayern zu unterstützen?

Gretscher: Naja, am Ende des Tages geht es darum, dass wir für die Bevölkerung da sind, sieben mal 24 Stunden, rund um die Uhr, und das mehr denn je mit einem breitgefächerten und hochspezialisierten medizinischen Angebot. (…) Keiner in der Bevölkerung muss sich grundsätzlich Richtung Salzburg oder München für eine Versorgung orientieren, denn wir bieten in der Region nahezu alle auch spezialisierte Fragestellung für die Bevölkerung an. Also kommen sie zu uns und nehmen sie das entsprechend an!



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