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11.06.18

Studieren oder lieber Ausbildung?

Lebenslauf
Symbolbild

Landkreise Traunstein / Berchtesgadener Land. Bäcker, Maler, Maschinenschlosser – solche Berufe kommen aus der Mode. Denn immer mehr junge Menschen machen Abitur und wollen studieren. Und das hat Folgen für die Betriebe, auch hier in der Region zwischen Chiemsee und Königssee.

 

Handwerk und Industrie geht der Nachwuchs aus. Manche Fachleute sprechen schon vom „Akademisierungswahn“. Früher hat gerade mal jeder Zehnte Abi gemacht. Heute sind es mehr als die Hälfte. Die Folge: In manchen Regionen suchen Industrie und Handwerk schon händeringend nach Azubis. Ronald Gössl, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Traunstein, gibt jedoch im Gespräch mit der Bayernwelle Entwarnung für die Betriebe zwischen Chiemsee und Königssee:

 

„Sowohl auf der Bewerberseite als auch auf der Seite der gemeldeten Stellen sind diesbezüglich keine nennenswerten Auswirkungen erkennbar. Im Gegenteil, es gibt sogar Abiturienten, und durchaus in nennenswerter Zahl, die eine betriebliche Ausbildungsstelle aufnehmen.“

 

Doch auch bei uns überlegen sich die Unternehmen, wie sie wieder mehr junge Menschen für die gute, alte Lehre motivieren können. „Elternstolz“ – so heißt eine bayernweite Kampagne der Industrie- und Handelskammern. Damit wollen sie Jugendlichen und ihren Eltern zeigen: Ihr braucht keinen Doktorhut, um auf den Nachwuchs stolz zu sein. Wolfgang Janhsen, Geschäftsführer der IHK Rosenheim, sagt dazu:

 

„Es kann auch für Mütter und Väter ein sehr schöner Punkt sein, wenn das eigene Kind eine erfolgreiche berufliche Ausbildung abgeschlossen hat. Gebraucht wird beides: der gute Akademiker und der gute Facharbeiter.“

 

Trotzdem zieht es immer mehr junge Menschen auf die Unis – weil sie Angst haben, dass sie sonst beruflich das Nachsehen haben. Doch diese Sorge ist total übertrieben – und kann Schüler und Eltern sogar mächtig unter Druck setzen. Das sagt Julian Nida-Rümelin, Professor an der Uni München, im Interview mit „Bildungsklick TV“:

 

„Viele sind auf den Gymnasien, fühlen sich da nicht wohl, fühlen aber auch den Druck der Eltern, dass sie nun unbedingt auch ein Abitur brauchen, weil sonst der soziale Abstieg droht. Das ist alles Unfug, aber so wird nun mal in weiten Teilen der Gesellschaft geredet. Und das macht niemanden glücklich.“

 

Also – Automechaniker statt Architekt, Maler statt Mediziner… Handwerk hat immer noch „goldenen Boden“. Das sagen Experten wie Professor Nida-Rümelin. Und, mal ehrlich, was nützen uns denn tausende neue Architekten, wenn es keine Arbeiter mehr gibt, die die Häuser bauen?

 

Auch auf Facebook wird über das Thema diskutiert. Den Eltern und Kindern werde eingeredet, dass der Mensch erst beim Abitur beginnt – schreibt zum Beispiel Anton Huber, früherer Präsident des Bayerischen Realschullehrerverbandes. Gleichzeitig werde der Wert der beruflichen Bildung kleingeredet. Das werde sich volkswirtschaftlich bitter rächen, meint Huber. Und Florian Tiede spricht sich für mehr Verzahnung von Ausbildung und Studium aus: Die Firmen müssten ihren Azubis zum Beispiel ein begleitendes Studium während der Ausbildung ermöglichen. Der Berufsschulunterricht sei für Azubis mit Potential meist sehr unbefriedigend. Wenn die Unternehmen in junge Menschen investierten, dann kämen auch motivierte Azubis.



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