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26.10.22

Recycling gegen Knappheit

Recycling
© Pixabay

Chiemgau/Berchtesgadener Land - Mülltrennung fürs Recycling ist in Deutschland schon seit Jahrzehnten Standard. Viele glauben sogar, wir in Deutschland sind die Weltmeister im Wertstoff-Sortieren. Es kommt aber darauf an, welche Statistik wir uns ansehen. Unter den Top 5 der Länder mit der Höchsten Recycling-Quote weltweit sind wir aber auf jeden Fall.

Zuerst einmal muss klargestellt werden, dass Mülltrennung und -Sammlung noch kein Recycling ist. Das englische Wort meint die Aufbereitung und Wiederverwendung von Abfällen, um daraus neue Produkte herzustellen. Gerade in Zeiten von Rohstoffknappheit und Umweltverschmutzung ist das ein immer wichtigeres Thema.

Und obwohl wir Deutschen schon lange an der Weltspitze der Recycling-Nationen sind (gemeinsam mit Österreich, Südkorea, Slowenien und Belgien), ranken sich um das Thema viele Mythen und so richtig Bescheid wissen auch nicht alle.

Einer der bekanntesten Mythen ist, dass die Trennung von Altglas nach Farben überflüssig sei, weil die Sammelcontainer am Ende alle in ein- und den selben LKW ausgeleert werden. Wenn Sie schon mal gesehen haben, wie das gemacht wird, sind Sie vielleicht auch zu dem Schluss gekommen. Tatsächlich aber, so hat Claus Egger von Schaumaier Recycling in Traunstein versichert, werden die verschiedenen Farben aber auch auf dem LKW getrennt gehalten. Was wir nämlich aus der Fußgängerperspektive nicht sehen: Die verschiedenen Farben werden einzeln in jeweils andere Abteile entleert. Für die Wiederverwertung von Glas für Getränkeflaschen ist das auch extrem wichtig. Die Flaschenhersteller können nämlich für die Produktion nur sortenreines Glas verwenden. Und die Quote von über 90 Prozent bei der Herstellung von Behälterglas, also für Flaschen, Marmelade oder Konserven, zeigt, wie wichtig das sortenreine Altglas für den Rohstoffkreislauf ist.

Der zweite Klassiker für das Recycling ist Papier. Vielleicht haben Sie in den vergangenen Monaten auch schon öfter mal das Stichwort Papiermangel gehört. Die Papier-Industrie ist für die rentable Papierherstellung nämlich auf das Altpapier angewiesen. Rund 80 Prozent Altpapier wird bei uns recycelt. Doch nicht alles, was in der Papiertonne landet, eignet sich für jedes neue Produkt. Kartons- und braun gefärbte Tüten zum Beispiel sind für die Herstellung von Druck-Erzeugnissen, die meist weißes oder sehr helles Papier brauchen, in der Regel ungeeignet. Aber was sollte tatsächlich in die Papiertonne und was eher in den Hausmüll? Frau Astrid Steinkirchner, Bereichsleiterin für Abfallwirtschaft im Traunsteiner Landratsamt, hat es für uns vereinfacht zusammengefasst: Alles aus reinem Papier, wie Magazine, Zeitungen, Karton oder auch Bücher. Wobei Bücher an den Wertstoffhöfen auch oft zur Weitergabe extra gesammelt werden. Das ist die umweltfreundlichste Entsorgung. Denn Bücher können immer wieder gelesen werden. Was nicht ins Altpapier gehört, sind Getränkebecher. Die gehören zu Verbundverpackungen und dürfen entweder in den gelben Sack oder in den entsprechenden Container für Verbundverpackungen. Pizzakartons dürfen übrigens nur ins Altpapier, wenn keine Reste mehr drin sind oder gar am Karton kleben. Was auf keinen Fall in die Papiertonne darf, ist gewachstes oder geöltes Papier oder Karton.

Ein Problemfall ist Altholz. Entgegen der allgemeinen Meinung, darf es nicht einfach im heimischen Ofen oder gar im Freien verbrannt werden. So gut wie alle Hölzer, die in Haushalten oder Gewerbebetrieben anfallen, sind mit chemischen Zusätzen behandelt, um sie haltbarer zu machen. Beim Verbrennen können hier gefährliche Giftstoffe frei werden, die nicht nur der Umwelt, sondern auch allen Menschen schaden, die diese einatmen müssen. Die Strafe für das illegale Verbrennen von Altholz kann bis zu 100.000,- Euro betragen!

Besonders wertvoll für den Stoffkreislauf ist auch Altmetall. Egal ob ein altes Bett, kaputte Felgen oder ein ausgedientes Regal oder alte Schlüssel, von denen keiner mehr weiß, zu welchem Schloss sie passen: Metall gehört niemals in den Müll. Für die Aluminium- oder Stahlproduktion in Deutschland ist Recycling eine unersetzliche Rohstoffquelle. Außerdem wird hier mit am meisten Energie eingespart. Allein die Wiederverwertung von Aluminium spart - im Vergleich zur Neuproduktion - weit über 90% Energie ein. Stahlrecycling vermindert unter anderem auch den CO²-Ausstoß deutlich. Nutzt man eine Tonne Schrott aus Kohlenstoffstahl als Rohstoffinput, statt Erze einzusetzen, wird so viel CO2 eingespart wie ein durchschnittlicher Pkw mit Benzinmotor in Deutschland bei einer Fahrtstrecke von etwa 9.000 km ausstößt.

Plastikmüll - bei uns hauptsächlich Verpackungen von Lebensmitteln und Kleingeräten - ist nochmal ein eigenes Thema. Viele sagen, die gesammelten Kunststoffe werden verbrannt. Andere halten dagegen, dass Kunststoffe auch Rohstoff sein können. Wie zum Beispiel PET-Flaschen, für die wir zwar Pfand zurückbekommen, die aber im Pfandautomaten sofort zerkleinert werden. Aus ihnen werden zum Teil neue Verpackungen oder auch Kleidung. Viele Fleecestoffe (z.B. für Pullover, Schals oder Jacken) bestehen aus bis zu 100 % recycelten PET-Flaschen. Leider sind diese Materialien auch für einen großen Teil des Mikroplastik in der Umwelt verantwortlich. Denn schon beim Waschen werden kleinste Teilchen mit dem Abwasser der Waschmaschine in den Wasserkreislauf gespült.

Plastikverpackungen werden aber tatsächlich zu einem Teil verbrannt. Allerdings sind sie damit nicht verloren - die dabei frei werdende Energie wird zur Erzeugung von Wärme und Strom genutzt. Was auf jeden Fall besser ist, als einfach irgendwo auf einer Deponie oder gar in der Umwelt zu landen.

Sich in Sachen Verpackung und Mülltrennung nachhaltig zu verhalten, ist kompliziert. Der beste Weg ist sicherlich, Abfall von vornherein zu vermeiden. Leider geht das in unserem Alltag nicht immer.

Mehr Infos zur korrekten Entsorgung und nachhaltigem Handeln, finden Sie hinter den Links unten. Hier erfahren Sie auch noch weit mehr zu den Themen Mülltrennung und Recycling.

Links zur Mülltrennung: 

Abfuhrkalender, Containerstandorte und Wertstoffhöfe Landkreis Traunstein

Kommunale Abfallwirtschaft - Landratsamt BGL 

Abfälle im Haushalt Umweltbundesamt

Tipps zur Abfallvermeidung:

Alles andere als Abfall

Videos zum Thema: 

Recycling: Das passiert mit deinem Müll

Das Problem mit dem Plastik

So versinkt die Welt im Plastik 

Schaumaier Imagefilm



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