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25.07.23

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Die Freilassinger Tafel: wenn Einkaufen zu teuer ist

Region - Für viele von uns lästig: es ist spät und wir müssen nach der Arbeit noch schnell einkaufen gehen. Leider reicht aber nicht bei allen von uns das Geld zum Einkaufen aus. Deswegen gibt es die Tafeln zwischen Chiemsee und Königssee. Und bei der Freilassinger Tafel besteht die Leiterin Erika Kloss darauf: hier geht niemand mit leeren Händen nach Hause. 

Bundesweit haben immer mehr Tafeln große Probleme: Die Zahl der Bedürftigen steigt, die Menge der verfügbaren Lebensmittel sinkt aber. Bis Ende 2022 verhängte schon jede dritte Tafel in Deutschland einen "Aufnahmestopp", nahm also erst einmal keine neuen "Kunden" mehr auf.

Der Freilassinger Tafel geht es generell noch vergleichsweise gut. Viel Reserven für mehr Menschen bleiben aber nicht mehr. Im Notfall müsste auf eigene Einkäufe zurückgegriffen werden. Denn solange Erika Kloss die Tafel leitet, sagt sie, bekommt jeder der Bedürftigen etwas.

Schwankungen beim Andrang gab es bisher hin und wieder. Ein erhöhtes Aufkommen gab es z.B. bei der Flüchtlingskrise, bei Corona (während da die alten Menschen aus Sicherheitsgründen ausblieben und jetzt wieder kommen), wegen der Inflation, gestiegenen Preisen bei Lebensmitteln und Strom oder auch durch geflüchtete Menschen aus der Ukraine.

Lebensmittel bekommen bei der Tafel alle mit einem Berechtigungsschein. Den können Sie in diesem Fall bei der Stadt Freilassing erhalten. Die Bedürftigkeit gilt nur für gewisse Einkommensobergrenzen. Singles gelten in Freilassing als bedürftig, wenn sie netto nicht mehr als 1.039 Euro verdienen. Jeder Euro darüber ist zu viel. Für Paare und Familien gibt es andere Grenzen. Schwierig ist dies auch dann, wenn Bürgergeldempfänger Essen erhalten und beispielsweise Arbeitnehmer mit Kindern im Niedriglohnsektor nicht.

Momentan gibt es in Freilassing 65 Abholer, die Lebensmittel für ca. 200 Menschen nach Hause bringen. Typischerweise sind dies insbesondere Rentner mit Grundsicherung, Bürgergeldempfänger, Alleinerziehende, Asylbewerber oder Flüchtlinge.

Ausgegeben werden Grundnahrungsmittel wie Brot, Molkereiprodukte, Gemüse und Obst. Butter oder Kaffee dagegen sind eher in seltenen Fällen angeboten.Offiziell abgelaufene Produkte werden nur im Ausnahmefall und nach Absprache mit dem Abholer ausgegeben. Aber auch Drogerieprodukte wie Shampoo, Putzmittel oder Kleidung sind regelmäßig im Sortiment. Die Lebensmittel kommen von regionalen Supermärkten, Bäckereien, Höfen oder Milchwerken. Während der Woche holen Ehrenamtliche mit einem Auto mit Kühleinrichtung das Essen ab. Monatlich können in Freilassing in etwa 800 Kilogramm Lebensmittel an Bedürfte weitergegeben werden. Auch dabei ist festzustellen, dass z.B. weniger Lebensmittel mit baldigem Ablaufdatum der Mindesthaltbarkeit übrigbleiben. Diese werden aufgrund steigender Preise bereit von Kunden im Supermarkt günstig erworben. Über weitere Spenden von anderen Supermärkten o.Ä. freut sich die Tafel sehr.

Jeweils am Freitag ab 17.30 Uhr ist dann die Ausgabe an die Bedürftigen. Je nach Bedarf gehen die Abholer mit ein bis zwei Tüten von der Tafel wieder nach Hause. Nach Ausgabeschluss ist nichts mehr übrig. Dennoch reichen die Lebensmittel von der Tafel für den Eigenbedarf nicht aus. Die Tafel allein ist kein Grundversorger, sondern ermöglicht lediglich, dass sich die Bedürftigen das Kinoticket leisten können. Das Einkaufen im Supermarkt zu den entsprechenden Preisen wird durch die Tafel nicht ersetzt. Feste wie Weihnachten zeigen sich bei der Tafel oft etwa einen Monat mit Verspätung. Denn dann gibt es die übrig gebliebenen Weihnachtschokomänner.

Auch Sie können gerne Lebensmittel spenden. Wichtig ist dabei nur, dass die Lebensmittel noch originalverpackt und offiziell noch haltbar sind. Je nach Möglichkeit kann auch von privaten Parties wie Hochzeiten übrig gebliebenes Essen direkt an die Tafel gespendet werden. Was jedoch z.B. nicht gespendet werden kann sind selbstgemacht Marmeladen, abgelaufene und offene Lebensmittel.

Ganz umsonst sind die Lebensmittel an der Tafel nicht: jeder Abholer muss jedes Mal zwei Euro zahlen. Die Leiterin Erika Kloss legt darauf besonders Wert. Denn sie sagt, was nichts kostet, ist nichts wert. Aber auch regelmäßig anfallende Kosten wie Miete und Sprit können so zum Teil beglichen werden. 

Generell erhält die Leiterin Erika Kloss Dankbarkeit bei den Betroffenen. Sie bekommt viel zurück und ihre Arbeit wird geschätzt. Auch deswegen macht ihr das Ehrenamt Spaß.

Grundsätzlich freut sich die Tafel aber auch über neue Mitarbeiter. Das Team arbeitet ehrenamtlich. Jede Verstärkung ist willkommen.

Hier gibt es weitere Infos zur Freilassinger Tafel



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