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13.02.23

Die "112" kann Leben retten

Neue Einsatzzentrale Traunstein
So sieht es in der integrierten Leitstelle aus
© Landratsamt Traunstein

Landkreise – Am Wochenende war wieder der "Tag des Notrufs": am 11.2. Ganz bewusst, um an diese Zahlenkombination zu erinnern: die "112" ist die Notrufnummer für Feuerwehr und Rettungsdienst. Weil das noch immer nicht überall in der Bevölkerung klar ist, gibt es den Europäischen Tag des Notrufs.

Mit diversen Aktionen wollen die Rettungsorganisationen noch einmal darauf hinweisen, dass es zwar auch die 110 gibt. Die sollten wir aber dann anrufen, wenn wir nur die Polizei brauchen. Bei allen andern Notfällen ist es die 112. Die BAYERNWELLE hat diesen Tag als Anlass genommen, um mal dort vorbei zu schauen, wo die Anrufe dann reinkommen. Also bei der integrierten Leitstelle in Traunstein, kurz ILS. 

Dort sitzen bis zu sechs Mitarbeiter an Schreibtischen mit jeder Menge Technik. Mehrere Bildschirme sind dort an jedem Arbeitsplatz aufgebaut. Kommt jetzt ein Anruf rein, kann der Mitarbeiter in der Leitstelle, auch Disponent genannt, in seinen PC alle wichtigen Daten eingeben. Also: Wer ruft an? Was ist die Rückrufnummer? Wo ist die Einsatzstelle? Was ist passiert? Wie viele Personen sind verletzt? Das bedeutet, das sind auch die Infos, die wir als Anrufer im besten Fall von uns aus direkt preisgeben sollten.

Allerdings ist der Disponent bestens geschult und fragt auch entsprechend nach, um alle Infos zu bekommen, die er braucht. Im Schnitt dauert das Telefonat ca. 1,5 Minuten, bis alles geklärt ist. In der Zeit tippt der Disponent alles in seinen Computer ein, auf einem anderen Bildschirm wird ihm auf einer Karte der genaue Einsatzort angezeigt. So kann er zum Beispiel bei einem Brand sehen, ob neben dem betroffenen Haus Gebäude stehen, auf die die Flammen übergreifen könnten. All das wird vom System erfasst und dann alarmiert das System ganz automatisch die entsprechenden Einsatzkräfte. Da geht dann zum Beispiel plötzlich die Sirene in einem Feuerwehrhaus, die Pager der Feuerwehrler gehen los und auch die Notfallsanitäter werden ganz automatisch alarmiert. Und zwar genau so viele, wie benötigt werden. Das berechnet das System ganz selbstständig. Sollte alles geklärt sein, gibt der Disponent dem Anrufer Bescheid, dass er auflegen kann.

Wiederbelebung via Telefon

Auch um die sogenannte Tele-Reanimation kümmert sich der Disponent bei Bedarf. Denn in Deutschland ist es so, dass der Erste-Hilfe-Kurs von den allermeisten schon ziemlich lange her ist. Dadurch sind sich viele nicht sicher, was sie tun müssen. Geschweige denn, wie eine Reanimation geht. Weil es vermutlich schwieriger ist, alle Bürger dazu zu bringen, regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs zu machen, hat sich die Leitstelle in Traunstein da etwas anderes überlegt. Sie haben die sogenannte Tele-Reanimation entwickelt, die mittlerweile in ganz Bayern angewandt wird. Konkret sieht das so aus, dass Sie übers Telefon eine ganz genaue Anleitung bekommen, wie sie jemanden wiederbeleben können.

Dies passiert in zwei Schritten. Zum einen wird gemeinsam der Herzstillstand festgestellt. Dafür bekommen Sie am Telefon genaue Anweisungen wie sie das herausfinden. Sollte das der Fall sein, geht es weiter mit einer Anleitung, wie Sie die Herzdruckmassage durchführen müssen. Es genügt übrigens, wenn Sie nur drücken. Eine Mund-zu-Mund-Beatmung ist nicht zwingend nötig. Denn das Blut ist erst einmal noch mit genügend Sauerstoff angereichert. Da es aber durch das Herzversagen nicht mehr im Körper zirkuliert, kommt der Sauerstoff nicht im Gehirn an. Je länger das Gehirn ohne Sauerstoff ist, desto mehr bleibende Schäden sind zu erwarten. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Sie drücken, bis der Sanka da ist und für Sie übernimmt. Weil sich hier eben viele nicht sicher sind, was sie tun sollen, kann die Tele-Reanimation Leben retten und hat sie auch bereits mehrfach getan.

Auch diese Information soll am heutigen Tag des Notrufs in der Bevölkerung verbreitet werden: Wer sich bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen nicht sicher ist, bekommt Hilfe dabei, wenn er die 112 wählt. Aber dafür müssen Sie eben erst die 112 wählen.

112 nur Notfall-Nummer

Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen die 112 wählen, auch, wenn kein akuter Notfall vorliegt. Zum Beispiel, wenn Sie „nur“ Grippe-Symptome haben oder seit mehreren Tagen Bauchschmerzen. Dann gilt natürlich trotzdem: Lieber einmal zu oft anrufen, als zu wenig. Die Disponenten erfragen sich schon, ob es ein tatsächlicher Notfall ist, bei dem der Sanka mit Blaulicht und Sirene anrücken muss. Anton Groschack von der integrierten Leitstelle in Traunstein erzählte im BAYERNWELLE-Interview weiter, dass es dann etwas ärgerlich sei, wenn keine akuten Notfälle zu Zeiten anrufen, in denen er normale Hausarzt offen hat: „Es hat aber auch schon mal Fälle gegeben, da ruft jemand am Samstagvormittag an und fragt, ob die Feuerwehr kommen kann, um ihm beim Umzug zu helfen. Das lässt uns dann zwar schmunzeln, aber es verschwendet auch Kapazitäten.“ Weiter erzählt Groschack, dass jeder kurz überlegen solle, ob es sich wirklich um einen Notfall handele: „Immerhin könnte ein Krankenwagen, der zu jemandem fährt, der keinen Notfall hat auch wo anders dringend gebraucht werden. Hat zum Beispiel in der Nähe jemand einen Herzinfarkt muss dort dann ein Rettungswagen von weiter weg hinfahren, was Zeit kostet.“

Zusammengefasst heißt das: Die 112 ist die Nummer für den Notfall. Lieber einmal zu oft anrufen, als zu wenig, aber trotzdem vorher überlegen, ob Sie dringend einen Sanka brauchen oder ob der Hausarzt auch helfen kann. Und wenn Sie eine bewusstlose Person finden, dann schnell die 112 anrufen. So bekommen Sie nicht nur einen Rettungswagen, sondern auch eine genaue Anleitung, wie Sie Erste-Hilfe leisten sollen.



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