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27.06.23

Anti-Drogen-Tag

Cannabis
© Symbolbild Pixabay

Region - Was zunächst nach einem Großstadtproblem aus Berlin oder München klingt, ist auch in unserer Region Realität. Drogen sind hier genauso verbreitet wie in Metropolregionen. Warum Menschen Drogen nehmen, wie es dazu kommt und wie geholfen werden kann, erklärten uns Sebastian Müller und Lisa Loithaler von der Caritas-Suchtberatungsstelle in Traunstein.

Die Gründe für den Konsum können je nach Droge und Lebenssituationen unterschiedlich sein. Manche Suchtmittel sorgen für Entspanntheit, Stressabbau oder innere Ruhe. Auch eigenen oder äußeren Ansprüchen kann so entgegengewirkt werden. Andere führen zu gesteigerter Leistungsfähigkeit, Spaß oder Kontaktfreudigkeit. Durch den Konsum können weniger negative oder mehr positive Gefühle empfunden werden. Ein weiteres Motiv sind unerfüllte Grundbedürfnisse. Zudem gibt es Wochenendkonsumenten, welche nach getaner Arbeit aus dem Jetzt-Zustand flüchten oder sich selbst gerne etwas „gönnen“ wollen. Speziell junge Menschen sind für Drogen anfälliger, da sie neugieriger und experimentierfreudiger sind. Sie leben eher für den Moment und denken weniger an Folgeresultate oder die Zukunft. Die Abgrenzung gegenüber Erwachsenen kann auch eine Rolle spielen.

Ausgelöst wird eine Abhängigkeit durch das Belohnungssystem des Gehirns. Die entsprechenden Substanzen sorgen z.B. dafür, dass Dopamin ausgeschüttet wird. Außerdem ermöglichen Drogen Gefühlszustände, welche manchen Menschen im Alltag fremd sind und alleine nicht in der Lage sind, zu fühlen. Als typische Einstiegsdroge schätzen die beiden Experten jedoch nicht Marihuana, sondern Nikotin und Alkohol ein. Nicht jeder der Cannabis konsumiert, fängt auch mit anderen Drogen an.

Leider zeichnet sich auf Vorträgen in Schulen regelmäßig ein Bild ab, dass Jugendliche theoretisch eine Idee haben, wie sie an Drogen gelangen könnten. Wenngleich die Optionen bei weitem nicht immer genutzt werden.

Deswegen ist die Prävention umso wichtiger. Eine Vorsorge zahlt sich verglichen mit einer Behandlung um ein Vielfaches aus und erspart vielen Menschen und ihrem Umfeld Sorgen. Um zu sensibilisieren, gehen die Experten in Schulen oder Betriebe. Dort wollen sie auf den entsprechenden Umgang mit der Situation hinweisen. Dabei ist auch zu beachten, dass ein Suchtabhängiger Hilfe braucht und nicht automatisch wie ein Aussätziger behandelt werden soll. Vielmehr kann das Erkennen der Sucht von Arbeitskollegen oder dem näheren Umfeld dem Betroffenen eine Chance sein. In den meisten Fällen müssen die Suchterkrankten von Dritten auf ihre Abhängigkeit hingewiesen werden, bevor sie sich helfen lassen. Leider stoßen Wohlwollende bei Hilfsbedürftigen als erste Reaktion eher auf Ablehnung als auf sofortige Zustimmung. Sich selbst eine Sucht einzugestehen ist für viele ein schwerer Schritt. Dies trifft insbesondere zu, wenn Mitkonsumenten mehr Drogen zu sich nehmen, was den eigenen Gebrauch niedriger erscheinen lässt. Scham, Schuldgefühle oder sich selbst zuzugeben, die Kontrolle verloren zu haben, sind manchmal ein erstes Hindernis auf dem Weg zur Suchtberatung. Bei körperlichen Abhängigkeiten, wie bei Alkohol, ist das Aufhören allerdings unbedingt mit einem Experten empfohlen.

Mit der Abhängigkeit kann auch ein spezieller Freundeskreis verbunden sein. Dies kann Fluch und Chance zugleich sein. Die eigene Clique, in welcher der Drogenkonsum normal ist und Freude macht, sorgt für ein Miteinandergefühl und kann zu Rückschritten führen. Andererseits können sich Suchterkrankte auch gegenseitig unterstützen und gemeinsam zur Beratung gehen.

Drogenbeauftragte unterliegen der Schweigepflicht. Eine ehrliche Aussprache ist somit möglich. Bei den Unterstützungsstellen können Betroffene erlernen, warum sie überhaupt konsumieren, wie sie mit dem Gruppendruck oder dem Verlangen umgehen. Wie oder ob derjenige sich die Sucht abgewöhnen will, kann dort offen besprochen werden.

Die Prävention auf Partys hat sich das bayernweite Projekt Mindzone zur Aufgabe gemacht. Die Initiative unterhält auch in Traunstein einen Standort. Beispielsweise gehen die hauptsächlich ehrenamtlich Engagierten auf Festivals, um dort über verschiedene Substanzen, deren Wirkung und Folgen aufzuklären. Wichtig sei, dass dort der Kontakt auf Augenhöhe und nicht oberlehrerhaft geschieht. Damit stoßen sie auf Neugierde und Interesse.

Bereits Cannabis kann im jungen Alter bis zu 21 Jahren oder mehr, solange sich das Gehirn noch entwickelt, schwere Schäden auslösen. Zu einem geringen Anteil leiden Konsumenten unter Psychosen, Schizophrenie und psychiatrischen Erkrankungen leiden. Ebenfalls können Motivationsprobleme auftreten.

 

 



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