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19.06.19

Kleines Insekt sorgt für große Diskussionen

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© Symbolbild Pixabay

Landkreise Traunstein / Rosenheim / Berchtesgadener Land - Sie nerven viele von uns gerade wieder zu Tode: Stechmücken. Vor allem rund um heimische Seen oder Teiche fliegen sie im Moment in großer Zahl und saugen unser Blut.

Große Diskussionen gibt es gerade rund um den Chiemsee. In Seeon-Seebruck hat der Gemeinderat mit knapper Mehrheit beschlossen, ab dem nächsten Jahr aus der offiziellen Stechmückenbekämpfung auszusteigen. Begründung: auch Mücken seien ein wichtiger Teil der natürlichen Nahrungskette.

Der Abwasser- und Umweltverband Chiemsee geht davon aus, dass sich die Situation in rund zwei Wochen entspannt. Dann sterbe die erste Mückengeneration dieses Jahres. Wenn es in den nächsten Wochen trocken sei, dann werde es im Juli und August deutlich "ruhiger".

Die BAYERNWELLE beantwortet die wichtigsten Fragen.

Warum gibt es in diesem Jahr so viele Mücken?

Weil in diesem Jahr die Wetterbedingungen ideal für die Mücken waren. BAYERNWELLE-Wetterexperte Christian König wird konkreter: "Wir hatten einen kühlen Mai mit Regen, teilweise sogar überfluteten Flächen - und das bedeutet ideale Brutbedingungen. Und wenn es danach warm wird, dann legen sie los und attackieren".  Diese Situation erleben wir jetzt gerade. Experten wollen allerdings nicht bestätigen, dass es derzeit zum Beispiel rund um den Chiemsee überdurchschnittlich viele Mücken gibt. Wissenschaftler haben dort Mückenfallen aufgestellt. Dabei haben sie pro Falle 200 bis 300 Mücken gefangen. Am Oberrhein sind es etwa dreißig Mal so viele.

Wie läuft die Stechmückenbekämpfung am Chiemsee?

Der Abwasser- und Umweltverband Chiemsee (AUV) kann theoretisch in seinen zehn Mitgliedsgemeinden BTI ausbringen. Das ist ein biologischer Wirkstoff, der die Mückenlarven bereits im Wasser abtötet. Damit BTI versprüht werden kann, müssen allerdings mehrere Voraussetzungen erfüllt sein: ein Mindest-Wasserstand am See, eine Mindestanzahl an gefundenen Mückenlarven - und auch der Zeitpunkt muss passen. Der wäre vor ein paar Wochen gewesen, weil sich die Mückenlarven inzwischen verpuppt haben. Deswegen wird erst einmal kein BTI versprüht. Tatsächlich wurde das Mittel zuletzt im Jahr 2015 ausgebracht. Zum AUV gehören die Gemeinden Bernau, Breitbrunn, Chieming, Chiemsee (also Herren- und Fraueninsel), Grabenstätt, Gstadt, Prien, Rimsting, Seeon-Seebruck und Übersee.

Warum ist heuer im Mai nicht gesprüht worden?

Das hat der AUV jetzt in einem Interview erklärt. Es seien an einigen Uferbereichen sehr viele Mückenlarven gefunden worden, an anderen deutlich weniger. Insgesamt sei es nach Rücksprache mit Fachleuten nicht klar gewesen, ob ein 160.000 Euro teurer Einsatz gerechtfertigt sei. Mit anderen Worten: das jetzige Ausmaß an Mücken war damals wohl nicht absehbar.

Was bedeutet der Ausstieg von Seeon-Seebruck aus der Mückenbekämpfung?

Sollte es in den nächsten Jahren mal wieder eine Mückenbekämpfung mit BTI rund um den Chiemsee geben, dann wäre das Gemeindegebiet von Seeon-Seebruck ausgenommen. Der Gemeinderatsbeschluss gilt ab dem Jahr 2020 - und zwar bis auf Widerruf. Viele Hoteliers und Touristiker versuchen die Gemeinde umzustimmen. Sie befürchten, dass Urlauber fernbleiben - aus Angst vor Mückenschwärmen.

Sind Mücken in der Natur für irgendetwas nützlich?

Mücken und ihre Larven sind vor allem ein wichtiger Bestandteil der natürlichen Nahrungskette. Zahlreiche Tierarten ernähren sich von ihnen: Frösche, Fische, Fledermäuse oder Vögel. Gerade jetzt im Frühsommer sind viele andere Tierarten auf Mücken als Nahrung angewiesen. Einige Fischarten fressen pro Tag mehrere tausend Mückenlarven.

In welchen Gewässern entwickeln sich Larven zu Mücken?

In Überschwemmungsflächen und Uferbereichen von Seen, in Teichen oder Tümpeln. Nachdem sie geschlüpft sind, kommen Mücken aber weit herum. Sie haben einen "Flugradius" von etwa 20km.

Was hilft (präventiv) gegen Mücken?

Entweder Chemie (einschlägige Mückensprays) oder Hausmittelchen. Mücken mögen den Geruch einiger Pflanzen überhaupt nicht: Minze, Eukalyptus, Zitronenmelisse, Thymian, Basilikum, Rosmarin und Lavendel soll Mücken angeblich fernhalten. Die "Stiftung Warentest" hat das im vergangenen Jahr allerdings getestet und war nicht überzeugt: Lavendelöl habe kurzfristig gewirkt - die übrigen Mittelchen hätten keinen ausreichenden Schutz geboten.

 

Was denken Sie: Sind Mücken kleine Nervensägen, die bekämpft werden müssen - oder sollten sie genauso geschützt werden wie Bienen oder andere Insekten?  Machen Sie mit bei unserer "Frage der Woche" oder  kommentieren Sie auf Facebook

 



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