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11.04.19

Jedes 2. Kind im Rupertiwinkel spricht noch Bairisch

Dialektstudie Rupertiwinkel
© Bayernwelle

Rupertiwinkel – Seit zehn Jahren ist Bairisch eine bedrohte Sprache. Wirklich dagegen unternommen wurde nur wenig. Der Förderverein Bairische Sprache und Dialekt (FBSD) allerdings sorgt sich sehr um den Erhalt unserer Dialekte und hat jetzt in Eigenregie eine Studie in Auftrag gegeben, die die Dialektkompetenz der Kinder untersuchen soll.

Solche Studien gibt es noch nicht, weil die Regierung bislang nicht bereit war sie zu finanzieren. Der FBSD hat das deshalb selbst gemacht und einen Sprachwissenschaftler der Uni Salzburg beauftragt so eine Studie für den Rupertiwinkel zu erstellen.  Eugen Unterberger von der Uni Salzburg hat diese Pilotstudie durchgeführt, erstellt und am Vormittag präsentiert.

Für die Studie hat Eugen Unterberger Schülern aus dem Rupertiwinkel Bilder von Gegenständen gezeigt. Diese mussten dann sagen wie sie diese Gegenstände bezeichnen.  So konnte Eugen Unterberger feststellen, ob die Kinder Dialektwörter verwenden oder nicht.

Herausgekommen ist, dass ungefähr die Hälfte der befragten Schüler noch Dialekt spricht. Die andere Hälfte spreche wiederum Standarddeutsch. Wobei die Eltern von diesen Kindern eigentlich nicht aus Bayern kommen. Sprich, entweder aus dem Ausland oder aus einer anderen Region Deutschlands hierher gezogen sind.

Aufgefallen ist auch, dass Kinder die Dialekt sprechen auch Standarddeutsch sprechen, umgekehrt aber nicht. Bei den Kindern, bei denen beide Elternteile aus Bayern kommen, sprechen alle Kinder auch Bairisch.

Auch wenn das im ersten Moment sehr positiv scheint, die Studie wurde in einer ländlichen Region erstellt. Hier wird generell noch mehr Dialekt gesprochen, als in der Stadt. München ist praktisch schon fast dialektfrei und auch in Bad Reichenhall zum Beispiel sprechen deutlich weniger Kinder Dialekt als in Saaldorf-Surheim.

"Deshalb sollten eigentlich bei allen die Alarmglocken angehen", so Horst Münzinger vom Förderverein Bairische Sprache und Dialekt. Er wünscht sich, dass die Politik aktiver wird. Mehr solche Studien in Auftrag geben

und diese auch finanzieren, damit es mehr Klarheit darüber gibt, wie sich der Dialekt bzw. die Ausbreitung des Dialekts verändert. Wer kann überhaupt noch Dialekt sprechen usw.

Ein Lösungsansatz wäre es, den Dialekt wieder mehr in den Unterricht einzubeziehen. Das wurde jetzt auch im neuen neuen Koalitionsvertrag festgelegt. Mundart ist ein Teil unserer Identität. Daher führen wir einen Unterrichtsschwerpunkt "Mundart und regionale Kultur" in der Schule ein.

„Das gibt uns Rückenwind“, so Horst Münzinger im BAYERNWELLE-Interview. Wie das genau umgesetzt werden soll, ist allerdings noch nicht klar. Der Verein will hier aber mit Einfluss haben.

Das Problem ist nämlich, dass aus dem Unterricht der Dialekt in den letzten Jahren nahe zu ausgeschlossen wurde. Das Gerücht oder das Gefühl, wer Dialekt spricht ist weniger Wert hält sich hartnäckig. Gebildete Menschen sprechen Standarddeutsch, heißt es immer wieder.

Dabei gibt es hierfür gar keine wissenschaftlichen Beweise, dass Menschen, die Dialekt sprechen, weniger gebildet seien. Ganz im Gegenteil: Wenn Kinder mit Dialekt und Hochdeutsch aufwachsen ist das für das Gehirn so, als würden sie zweisprachig aufwachsen. Das hat wiederum kognitive Vorteile für die Kinder.

Also muss die Wertigkeit des Dialekts oder der Bairischen Sprache generell erhöht werden. Das ginge ganz einfach, in dem Lehrer ein Pflichtfach in ihrem Studium haben in dem sie zwar nicht die einzelnen Dialekte lernen aber mehr über die Bairische Sprache, den bairischen Wortschatz lernen.

Klar, dass alles überall ein bisschen anders heißt. In Bayern ist es aber eben der Postbote und nicht der Briefträger. Wir blasen und pusten nicht. Immerhin ist es ja die Blaskapelle. Um das geht es, nicht um jeden einzelnen Dialekt. Zumindest nicht im Unterricht.

Eugen Unterberger von der Uni Salzburg sieht im Dialekt auch einen großen Integrationsvorteil. Wenn die zugezogenen Kinder in der Schule mehr Dialekt mitbekommen lernen sie ihn schnell. Kinder sind für sowas nämlich sehr empfänglich. Und wenn selbst „a zuagroasta“ unsere Sprache spricht ist das Zugehörigkeitsgefühl viel größer.

Noch dazu kommt, dass die meisten Migranten Berufe lernen, in denen der Dialekt sowieso gängig ist. Im Handwerk zum Beispiel. Spricht er dann auch Dialekt wird er viel besser integriert.

Also eigentlich hat der Dialekt viele Vorteile. Was aber nicht heißen soll, dass alle nur noch Bairisch sprechen sollen. Sondern dass es am besten ist, wenn wir von Anfang an Beides lernen. Hochdeutsch und unseren schönen Dialekt.



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