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03.09.19

„Auf den Teller anstatt in die Tonne“

Ruhpolding Edeka Kaltschmid 1
Monika Schwarzenböck ist stolz: die EDEKA
Kaltschmid-Märkte sind Vorreiter beim
Verkauf von verpackungsfreien Lebensmitteln.
© BAYERNWELLE

Landkreis Traunstein/Berchtesgadener Land – Echten Hunger leiden. Ein Gefühl, das wahrscheinlich nur mehr wenige Menschen aus der Region kennen. Denn die Supermarktregale sind prall gefühlt und wir kaufen ein. Sogar so viel, dass 43 Kilo genießbare Lebensmittel nicht mehr auf dem Teller landen, sondern in der Mülltonne. Das ist der jährliche Durchschnitt pro Kopf wie aktuelle Zahlen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zeigen. Sie belegen auch: Die Privatperson ist Spitzenreiter beim Wegwerfen von Lebensmitteln.

Die Kasse piepst. Sowohl Einheimische als auch Kunden reihen sich gemächlich in die immer länger werdende Schlange ein. Es ist ein gut besuchter Montagvormittag bei EDEKA Kaltschmid in Ruhpolding. Nach einem Wochenende mit verkaufsfreiem Sonntag müssen schließlich die Kühlschränke wieder mit Lebensmitteln aufgefüllt werden. Chefin Monika Schwarzenböck freut sich über kaufkräftige Kundschaft. Worüber sie sich jedoch nicht freut: Wenn genießbare Lebensmittel einfach in der Tonne landen. Deshalb sieht Schwarzenböck sich auch als Geschäftsführerin in der Pflicht das Wegwerfen von Lebensmitteln so gut es geht einzudämmen.

„Es gibt verschiedene Arten von Wegwerfen“, erklärt die Einzelhändlerin im BAYERNWELLE-Interview. Einmal gebe es „Wegwerfen, weil man es wegwerfen muss“. Zum Beispiel, wenn ein Metzger einen Knochen auslöst. Den würde niemand mehr kaufen. Ergo: Er wird entsorgt. Dann gebe es aber auch das Problem der „Fehlbestellungen“. Hier wurde schlichtweg seitens des Supermarkt-Personals ein Artikel zu viel bestellt. Er wird nicht von den Kunden vollständig aufgekauft und läuft infolgedessen mit der Zeit ab. Hier liege laut Monika Schwarzenböck der erste Schritt, um das Wegwerfen von Lebensmitteln einzudämmen.

Kommt es aber bei EDEKA Kaltschmid trotzdem vor, dass Artikel ablaufen – beispielsweise Schokolade oder Nudeln – landen sie in den Märkten in Prien und Grassau im „Regal nach der Kasse“. Sauber einsortiert dürfen Kunden die Waren mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum kostenlos mit nach Hause nehmen. Lebensmittel seien dazu da, um gegessen zu werden, sagt Monika Schwarzenböck im BW-Interview bestimmt. „Da ist es mir am Ende des Tages egal, ob sie bezahlt werden oder nicht.“ Ausnahmen gibt es jedoch bei Babynahrung, Eier- und Fischgerichten. Hier heißt es nicht „mindestens haltbar“, sondern „zu verbrauchen bis“. Deshalb schaffen sie es nicht in das „Regal nach der Kasse“, erklärt Monika geduldig.

Obwohl Supermärkte oft in mediale Kritik geraten einer der großen Lebensmittel-Wegwerfer zu sein, belegen die aktuell vorliegenden Zahlen des bayerischen Ministeriums etwas anderes. Die bayerischen Privathaushalte werfen rund doppelt so viele genießbare Lebensmittel wie die bayerischen Supermärkte weg. Umgerechnet rund 200.000 Tonnen. Woran das liegt? Monika Schwarzenböck, bei der täglich hunderte Kunden durch den Markt marschieren, glaubt: Die Unwissenheit vieler Menschen sei ausschlaggebend. Vor allem beim Thema „MHD“. Was für Schwarzenböck selbstverständlich ist, sei vielen Kunden offenbar nicht klar. Dass zum Beispiel ein Joghurt auch eine Woche nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum noch genießbar ist. „Einfach einen Löffel rausnehmen und probieren“, lautet der unkomplizierte Tipp von Monika.

Des Weiteren glaubt sie, vielen Menschen würde heutzutage das Wissen über die Beschaffenheit von Lebensmitteln fehlen. Oft schon habe sie erlebt, dass sich beim Kochen strikt ans Rezept gehalten werde: „Wenn 175 Gramm Sahne im Rezept steht, kann ich natürlich das letzte Noagerl auch noch mit reinkippen“, lacht Schwarzenböck. Das ändere am Rezept nichts. Wenn trotzdem was übrigbleibt, appelliert sie an die Kreativität in der Küche. Ihr Mann frage sie öfter: „Schatz, das Essen war gut. Kannst du das in Zukunft öfter machen?“ Ihre Antwort: „Wird schwierig, ich weiß gar nicht genau was da alles drinnen war.“

Bei Monika gebe es keine Reste. Denn jedes Lebensmittel könne noch verwertet werden. „Einfach einen günstigen Strudelteig kaufen – alles aus dem Kühlschrank klein schnippeln, Frischkäse drüber und schon gibt’s ein richtig gutes Abendessen“. Monika Schwarzenböck sprudelt vor Ideen in ihrer persönlichen Reste-Küche. Wer sich hier schwer tue, der könne aber auch ganz einfach googeln. „Einfach Zucchini oder Brokkoli eingeben“, schon kämen die Rezepte von ganz alleine und die Lebensmittelreste „wandern an die Hüfte“ und nicht in die Tonne.

Angelina Kwoczalla



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