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21.03.24

Wie stehen die Einheimischen zum Thema "Tourismus"?

Gastgebertag 2024
© BAYERNWELLE

Berchtesgaden - Der Tourismus ist im Berchtesgadener Land ein zentrales wirtschaftliches Standbein. Trotzdem fühlt sich rund die Hälfte der Einheimischen persönlich von den Auswirkungen im Alltag gestört. So das Fazit einer aktuellen Studie zum Thema Tourismusakzeptanz. Hierbei wurden über 1500 Menschen aus dem Berchtesgadener Land repräsentativ befragt. Die größten Sorgen der Einheimischen: verstopfte Straßen und fehlender bezahlbarer Wohnraum.

Die Region ist touristisch stark überlaufen – dieser Meinung ist laut aktuellen der Tourismusakzeptanzstudie jeder zweite Bürger im Zweckverband „Bergerlebnis Berchtesgaden“.  Zwar erkennen die Bürger demnach vor allem die wirtschaftlichen Vorteile des Tourismus für das Berchtesgadener Land an. Trotzdem fühlt sich knapp die Hälfte der Einheimischen persönlich durch die Gäste im Alltag gestört. Der Vorsitzende Bartl Wimmer erklärt im BAYERNWELLE-Interview, dass man diese Ergebnisse in Zukunft sehr ernst nehmen müsse: „Wir müssen an die Probleme heran.“ Dabei müsse vor allem der jüngeren Bevölkerung klar gemacht werden, welche großen Vorteile der Tourismus auch für sie persönlich bringen würde. Denn gerade junge Menschen erkennen oftmals die wirtschaftliche Tragweite für die Region, verspüren aber demnach auch viel stärker die negativen Auswirkungen auf persönlicher Ebene.

In der aktuellen Tourismusakzeptanzstudie kritisieren die Bürger vor allem überlaufene Straßen und überteuerten Wohnraum aufgrund der vielen Touristen. Hier stehen laut Wimmer in Zukunft vor allem auch die Kommunen und der Landkreis in der Pflicht, um die Situation für die Einheimischen langfristig zu verbessern. In den acht Gemeinden, die das Bergerlebnis Berchtesgaden touristisch vermarktet, ist deshalb beispielsweise für die kommenden Jahre der Bau von über 600 Wohnungen für Einheimische geplant.

Zu den positiven Effekten des Tourismus zählen für die Einheimischen dagegen die Steigerung des Ansehens und der Bekanntheit für den eigenen Wohnort. Außerdem ermöglicht der Tourismus attraktive Arbeitsplätze und ein breites Freizeitangebot für die Menschen vor Ort.

Die Tourismusakzeptanzstudie wurde vom Zweckverband "Bergerlebnis Berchtesgaden" in Auftrag gegeben und von der Münchner Firma dwif im Oktober 2023 durchgeführt.

 


Alle Zahlen und Fakten zur Studie im Überblick:

Fakten und Methodik zur Durchführung der Befragung zur Tourismusakzeptanz
Die Befragung fand im Oktober 2023 in den fünf Talkesselgemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau und Schönau am Königssee sowie in Anger, Piding und Teisendorf statt. Alle acht Gemeinden werden vom Destinationsmanagement des Bergerlebnis Berchtesgaden touristisch vermarktet. Die Befragung konnte sowohl online als auch schriftlich durchgeführt werden.

Insgesamt haben sich 1.563 Personen über 16 Jahre an der Befragung beteiligt und damit Einblicke in die Einstellung der Bevölkerung zu den Themen Tourismusakzeptanz und -bewusstsein ermöglicht. 19 Prozent der Befragten gehören der Altersgruppe 16 bis 29jährigen, 55 Prozent der Altersgruppe der 30 bis 64jährigen an und 26 Prozent der Befragten waren älter als 65 Jahre. Nahezu ein Drittel der eingereichten Fragebögen stammt aus Berchtesgaden, gefolgt von Bischofswiesen und Ramsau mit je knapp einem Viertel.

Die Ergebnisse der Studie
Gleich vorneweg: der Tourismus hat für die Einwohner der Region Berchtesgaden eine große Bedeutung, der Tourismus ist ein zentrales wirtschaftliches Standbein. Dieser Aussage stimmen 53 Prozent der Befragten zu, weitere 35 Prozent schreiben dem Tourismus eine mittlere Bedeutung zu. Heruntergebrochen auf die Altersgruppen sticht vor allem jene der 16 bis 29jährigen heraus: sie stimmen der Aussage „große Bedeutung“ zu 65 Prozent zu und stellen damit die Gruppe mit dem höchsten Anteil dar, gefolgt von der Gruppe der über 65jährigen mit 55 Prozent. Die Auswirkungen des Tourismus auf Wohnort und für sich persönlich sieht die Bevölkerung differenziert: die Hälfte der Befragten sieht diese auf den eigenen Wohnort als positiv.  Für sich persönlich sind die Auswirkungen des Tourismus allerdings für knapp die Hälfte der Befragten negativ. Am positivsten hat sich die Gruppe der über 65jährigen zu den Auswirkungen geäußert, die Gruppe der 16 bis 29jährigen am negativsten.

Die einheimische Bevölkerung sieht die Anzahl der Touristen in der Region insgesamt als zu hoch an. Knapp zwei Drittel der Befragten nehmen zu viele Tagesgäste und 69 Prozent zu viele Zweitwohnbesitzer wahr. Fakt ist allerdings, dass es im Talkessel nur rund fünf Prozent Zweitwohnbesitzer gibt. Die subjektive Wahrnehmung der Befragten spielt also eine große Rolle bei der Bewertung.

Bewusstsein für Region und Tourismus
97 Prozent der Einwohner leben gerne in ihrer Region, 89 Prozent der Befragten ist ein gastfreundliches Verhalten gegenüber Gästen wichtig und 83 Prozent finden, dass die Region attraktiv für den Tourismus als Reiseziel ist. Allerdings ist die Region für 52 Prozent der Befragten sehr überlaufen, knapp die Hälfte fühlt sich durch die Gäste in ihrem Alltag gestört. Und nur ein Drittel der Befragten sagt, dass ihre Bedürfnisse bei der touristischen Entwicklung ausreichend berücksichtigt werden.

Zu den positiven Effekten zählen für die Einheimischen die Steigerung des Ansehens und der Bekanntheit des jeweiligen Wohnortes (77 Prozent), die Schaffung attraktiver Arbeitsplätze für die einheimische Bevölkerung (74 Prozent) und das vielfältige Angebot an Kultur- und Freizeitangeboten (71 Prozent). Die Bevölkerung über 65 Jahre nimmt die positiven Effekte stärker wahr. Bei den negativen Effekten steht an erstgenannter Stelle die Verkehrsproblematik (92 Prozent), die Missachtung des persönliches Eigentums Einheimischer (73 Prozent) und die Preissteigerungen (ebenfalls 73 Prozent). Auch hier zeigt sich: die Gruppe der über 65jährigen nimmt die negativen Effekte weniger wahr. Bei der Frage zu belastenden Auswirkungen des Tourismus am eigenen Wohnort bejahen 69 Prozent die Frage bezüglich Immobilienmarkt und Lebenshaltungskosten. 87 Prozent (davon 38 Prozent nur während der Saison) der Befragten sehen ökologische Belastungen hinsichtlich Umweltverschmutzung, Verkehr und Lärm.



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