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07.12.17

Ist Kirche out?

Kirche
Besorgniserregend sind die Zahlen nicht;
auffällig ist dennoch, dass die Kirche
bundesweit an Zuspruch verliert.
(c) Pixabay

In genau einem Monat sollen in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land die Kandidaten der Pfarrgemeinderatswahlen feststehen. Das Problem: Die Freiwilligen, die sich zur Wahl stellen werden immer weniger. Warum sich immer weniger Menschen für die Kirche engagieren hat viele verschiedene Gründe, sagt Pfarrer Ludwig Westermeier aus Kirchanschöring.

Erstens: Das Grundkonzept Kirche ist nicht das, was sich Jugendliche erwarten. Es ist keine Event- und Erlebniskultur. Ganz im Gegenteil, so Westermeier, Kirche ist etwas beständiges und regelmäßiges. Auf junge Leute mag das konservativ wirken. Zweitens: Immer weniger Menschen wollen sich langfristig engagieren – sie wollen eher frei sein, beobachtet Westermeier. Und drittens: Auch das Angebot anderer Vereine, z.B. beim Sport, wird immer größer. Die Konkurrenz zur Kirche als Freizeitangebot ist da.

Im Erzbistum München – Freising engagieren sich derzeit mehr als 200.000 Menschen in den verschiedensten Bereichen ehrenamtlich für die katholische Kirche.

 

Unterschiede zeigen sich bei Stadt und Land

Die katholische Kirche verliert an Mitgliedern. Auch in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land. Besorgniserregend ist die Zahl aber noch nicht, so Pfarrer Ludwig Westermeier aus Kirchanschöring im BW-Interview. Von rund 250.000 Menschen in den beiden Landkreisen sind noch immer rund 70% Mitglied der katholischen Kirche. Die Pfarreien hier auf dem Land haben zwar immer mehr Probleme Ehrenamtliche für den Pfarrgemeinderat o.ä. zu finden, an den Mitgliedern grundsätzlich scheitert es aber nicht, sagt Westermeier. In der Stadt – in Metropolen – ist das Problem deutlich größer:

Grund ist die Gesellschaft selbst. In der Stadt läuft alles anonymer ab. Da ist die Kirchengemeinde kein starkes soziales Netzwerk mehr. Der Kirchgang am Sonntag ist auch keine gesellschaftliche Veranstaltung mehr, wie auf dem Land. Wer bei uns sonntags in die Kirche geht, der trifft Freunde und Bekannte. Dieses Phänomen können wir auch gut bei Beerdigungen beobachten: Wenn auf dem Dorf jemand stirbt, dann kommt jeder zur Beerdigung; weil es sich so gehört und weil wir weniger in der Anonymität leben.

 

Kirche spricht Jugend nur bedingt an

"Ist Kirche out?" ist eine provokante, wenn nicht sogar gewagte Frage. Und trotzdem veraltet die Kirche zunehmend. Junge Menschen machen lieber Musik oder Sport. Sie engagieren sich freiwillig, aber weniger festgebunden. Über Jahre auf ein Amt festlegen? Das kann sich fast niemand mehr vorstellen. Projektbezogene Arbeit, wie beispielsweise Weihnachtsaktionen werden weitaus besser unterstützt als jahrelange "Verpflichtungen".

Jugendliche sind auf Erlebniskultur aus. Die katholische Kirche bietet das zwar auch mit Welt-Jugend-Tag und Ausflügen, aber eben doch einen Hauch konservativer.

Auffällig ist aber, erzählt Ludwig Westermeier, Pfarrer aus Kirchanschöring: Mit 30, bis Mitte 30 kommen die Menschen wieder zurück zur Kirche. Meistens dann, wenn sie selbst Kinder haben und die dann doch wieder christlich erziehen oder eben, um zu heiraten.



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